Rigolator 2009
Wie der Namen es schon vermuten lässt, fand der Rigolator in Riegel bei Freiburg statt. Es war die zweite Auflage,
allerdings die erste mit dem Waldhaus FUN Team. Irgendwie stellt sich mir kurz vor dem Start immer die gleiche Frage:
wieso gehöre eigentlich ICH immer zu den 20% vom Waldhaus FUN Team, die auf der nassen Seite des Absperrbandes stehen...
Kurzum, ich war mal wieder der Einzige der das Vergnügen hatte an den Start zu gehen. Aber immerhin war das gesamte Team in kompletter Waldhaus-Uniform anwesend und trug nicht wenig zum Lärmpegel der Veranstaltung bei.
Aber von vorne:
Kathrin und ich machten uns am Samstag kurz nach 13Uhr auf den Weg um die Startunterlagen abzuholen und die Wechselzone aufzubauen. Es war
mal wieder einer dieser gigantischen Tage, wo man nicht so recht weiß, ob man die kurzen Hosen, den Friesennerz oder doch
lieber Opas Daunenjacke einpacken soll. Mein einzige Bitte war trocken durchs Rennen zu kommen. Ich weiß nicht wie es euch geht,
aber ich hasse diese ungleichen Verhältnisse: 1 Stunde Radfahren und 2 Stunden putzen... das ist einfach nicht fair!
Vor dem Schwimmen hatte ich diesmal etwas Bedenken. Aber weniger wegen den Backpfeifen als viel mehr von der Geschichte die mir mein ortsansässiger Arbeitskollege erzählt hatte. Dieser war mit seinem kleinen Zwerg Tage zuvor beim Baden und kam mit ziemlich fiesen Pusteln am ganzen Körper zurück. Die Diagnose vom Arzt lautete Badeseekrätze... Oha, na dann herzlichen Glückwunsch. Spätestens an dieser Stelle war die Entscheidung zugunsten des Neopren gefallen.
Vor Ort angekommen ging die Sucherei los. Der Wind hatte einige der Wegweiser so verdreht dass das Ganze auch gut unter dem Namen Schnitzeljagd 2009 hätte laufen können. Endlich an der Halle angekommen ging das Abholen der Unterlagen ruckizucki, allerdings vermisste ich so etwas wie eine Beschreibung in der stand: wo, was, wie aufgebaut werden soll. Kathrin und ich mussten uns mühsam durchfragen. Den anderen schien das alles leichter zu fallen. Das lag entweder daran dass sie letztes Jahr schon mit am Start waren oder wir zwei standen schon vor dem Start völlig im Unterzucker...
Schuhe+Visor in Wechselzone 2 an der Halle, Rad+Schuhe+Helm+Nummer ans Rad in Wechselzone 1. Und der Neo ?!?! Wofür die blauen Säcke? Irgendwie blieb das alles etwas undurchsichtig. In der kurz vor dem Start durchgeführten Wettkampfbesprechung lösten sich dann die meisten Geheimnisse. Nur blöd dass kurz danach der Start war. Die blauen Säcke waren für die Schwimmsachen und wurden später per Auto zur Halle gebracht. Gute Idee, aber die Informationskette... naaaaja.
...wer war denn da... Marco, unser Nachbar und sportlich bisher eher der unauffällige Typ hatte sich heimlich ins Starterfeld geschummelt. Einer seiner Arbeitskollegen und Mitglied des TV Riegel hatte ihn tatsächlich so weit bekommen, hier mit an den Start zu gehen, quasi seine Triathlon-Premiere. Bei einem kurzen Small-Talk vor dem Start, zu dem er völlig entspannt in einer modischen Bermuda kam, äußerte er noch ein paar Bedenken bezüglich der Konkurrenz... Sein Ziel war klar: nicht Letzter werden!
Ich begab mich ins Wasser und fräste die ersten Meter im vermeidlichen Bazillentümpel. Meine Gedanken waren: hinterher hast du alles außer Schnupfen... Aber zur Verteidigung des Sees muss ich sagen, dass das Wasser völlig in Ordnung war. Der Rand sehr flach, aber die Qualität fühlbare 1A.
Dann der Start. Ich hatte mich mehr oder weniger freiwillig rechts eingeordnet, um möglichst direkt zur 1. Boje schwimmen zu können. Soweit die Theorie. Der Start bei so einem Jedermann Triathlon ist immer ziemlich eng und hart. Das Problem ist, dass viele die ersten 100-200m vollgas Kraulen um danach in ein regeneratives "Brust lang gleiten" zu wechseln. Das macht den Anfang sehr kampfbetont und den Rest sehr kurvig. Mittlerweile hab ich auch kein ethisches Problem mehr damit, die Brustschwimmer zu überschwimmen. Wenns passiert dann passiert es halt, Sorry.
Nach der zweiten Boje, von der aus es direkt zum Ausstieg ging, war alles relativ nahe am Rand. Das Problem hierbei war, dass man nicht zu dicht
Richtung Rand kommen durfte, da man sich sonst in den Grund einbuddelte wie ein Karpfen (ein paar sind vermutlich bis heute noch nicht wieder aufgetaucht).
Ich hatte Mühe den Weg weg vom Rand zu finden. Nach 8min11 stieg ich aus dem Wasser. Der neue BlueSeventy Neo hat sich super geschwommen und kann
ich nur jedem Empfehlen. Die Freiheit im Oberkörperbereich ist im Vergleich zum Orca eine Klasse für sich.
Beim Ausziehen des Neos hätte ich mir dann gewünscht, die Prozedur besser trainiert zu haben... Wertvolle Sekunden vergingen bis ich endlich auf dem Rad war. Über die Wiese hin zum Schotter, ein paar Meter noch und dann gib ihm... auch hier soweit die Theorie. Die Wechselzone ist bekanntliche eine Wissenschaft für sich. Jeder muss für sich ausprobieren wie er dies gestaltet: Schuhe ans Rad, mit oder ohne Gummibänder... aber, liebe Triathleten, wer das mit den Schuhen auf dem Rad nicht blickt, der sollte es einfach sein lassen. Wenn ich überlege wie viele die ersten Meter auf dem Rad eiern, nur weil sie die Schuhe auf dem Rad anziehen wollen, und das auf der LINKEN Spur oder dass einige sogar ihr Schuhe verloren haben und umdrehen mussten, dann hab ich jetzt noch einen Puls von 160 und rate jedem entweder üben üben üben oder einfach die Schuhe vorher anziehen!!!
Die Radstrecke an sich ist leicht zu beschreiben: durch Riegel hindurch und dann Riegel-Endingen-Riegel-Endingen-Riegel-Endingen-Riegel. Drei Runden a ca. 8km. Die Materialshow beim Einchecken hat meine Befürchtungen während dem Rennen bestätig: hier wird um jeden Meter gekämpft!? Was mich persönlich ziemlich ankekste war das Windschattenfahren. Hier kämpfte man sich Mann für Mann vorbei und plötzlich wird man von allen wieder überholt, diesmal aber Gemeinsam im belgischen Kreisel... das hat mit Triathlon recht wenig zu tun. Ist ja schön dass die Buben das so schön beherrschen, aber bitte nicht hier!
Auf dem Weg zur zweiten Wechselzone dann das nächste Highlight: ein Mitglied vom TNB Malterdingen hat gedacht er müsse noch vor mir in seine
Wechselgasse rutschen. Dumm nur dass ich eigentlich schon an seiner Gasse vorbei war und der möchtegern Jungstar in seinem Unterzuckerzustand
das wohl nicht ganz realisiert hatte. Ich hatte alle Mühe dem Spacken auszuweichenund verlor wertvolle Zeit und vor allem raste mein Puls noch
einmal in die Höhe. Um so besser als ich den Knaben dann auf der Laustrecke noch stellen konnte. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches
Dankeschön für diese sehr unfaire Aktion!
Mein Tacho verriet mir dass ich mit einem 36,9 Schnitt gut durch die Radstrecke gekommen war. Pünktlich zum Laufen kam dann wieder die Sonne
heraus. Ich versuchte mich hinter einen lokal Hero zu hängen der lautstark von allen Seiten begrüßt wurde. Aber nach ca. 1,5km musste ich ihn dann
ziehen lassen. Auch hier galt es wie zuvor beim Radfahren drei Runden zu absolvieren. Obwohl ich mit dem Lokalmatador nicht mithalten konnte,
kam ich von Runde zu Runde besser in Schwung. Ich überquerte nach 1h11min und 8sec. als 3. meiner Altersklasse die Ziellinie. Am Ende stand
ich als 33. in der Ergebnisliste. In Anbetracht des meiner Meinung nach sehr hochklassigen Starterfeldes war ich mit dem Ergebnis mehr oder weniger
zufrieden, auch wenn man bei all dem Windschattenfahren und sonstigen Nettigkeiten immer das Gefühl hat, dass man um einen fairen Wettkampf gebracht
worden ist...
Beim Auffüllen der Energiespeicher im Zielbereich wurden wir dann sogar noch Zeuge des legendären Zieleinlaufes von Marco. Er hatte seinen Vorsatz
nur mit viel gutem Willen halten können: er wurde zwar Letzter, aber seiner Aussage nach kam mindestens ein Teilnehmer nicht ins Ziel (Lenkerbruch).
Ob man den jetzt mitrechnen soll oder nicht bleibt jedem selbst überlassen. Von uns jedenfalls ein mächtiges Rrrrrrespekt Marco. Super dass du
durchgehalten hast!!!
Als nächstes steht der Landwasser Triathlon auf dem Programm. Hier hoffe ich auf eine bessere Stimmung im Feld und denke dass der 3. Platz in meiner AK das Minimalziel sein wird. Der Rigolator als solcher wird sicher nicht in meine Liste der Pflichtveranstaltungen aufgenommen. Wenn es nächstes Jahr zeitlich passt ist es ok, wenn nicht, dann werd ich ihm auch nicht wirklich nachweinen...
Markus