Landwasser Triathlon 2009
Nachdem ich in Riegel mit meiner Leistung irgendwie nicht so richtig zufrieden war (AK Platz 3), bot sich mit Landwasser
die Möglichkeit, meine Leistung erneut unter Beweis zu stellen.
Leider war das Waldhaus FUN Triathlon Team nur durch mich am Start vertreten. Die Gründe dafür waren allerdings einfach:
Kathrin war beim 30. Geburtstag ihrer Schwester (was bestimmt anstrengender und härter war als der Triathlon, zumindest der Morgen danach),
Edwin war bedingt durch seinen Polizeidienst zwar mit von der Partie, allerdings "nur" zur Verkehrsregelung bei der Unterführung
nach Hochdorf, Thomas hatte sich freiwillig als rasender Reporter verkleidet und hat vom Wettkampf 562 professionelle Bilder
geschossen und Michaela, die gerade den neuesten Waldhaus Zugang ausbrütet, stand mit Hannelore zur lautstarken Unterstützung
im Start- Zielbereich.
Sonntag, 21.06.2009:
Treffpunkt 8.30Uhr an der Dreisam. Vor dort aus fuhren wir regenerativ Richtung Landwasser. Die Unterlagen hatte ich bereits
am Samstag abgeholt und so beschränkten sich die Vorwettkampfaktivität auf das Einchecken und Warmschwimmen...
Da ich zum ersten Mal in Landwasser startete war ich etwas verwundert, dass es in der Wechselzone keine Vorrichtungen zum Abstellen des Rades gab. Die, die es wussten, behalfen sich zum Teil mit abenteuerlichen Holzpflockkonstruktionen oder einfachen Montageständern. Mir blieb, wie den meisten anderen auch, nur die Möglichkeit das Rad einigermaßen optimal hinzulegen.
Ansonsten verlief das Einrichten der Wechselzone nach Schema "F" und ich machte mich langsam auf den Weg zum See, um ein paar hundert Meter einzuschwimmen. Obwohl die Luft mit ihren 14°C sehr frisch war, konnte man es im Wasser bei gut 21°C aushalten. Die Temperatur verrät es, Neoprenschwimmen war erlaubt. Auch wenn meiner Meinung nach bei 400m und dieser Wassertemperatur ein Neo nicht wirklich notwendig ist, entschieden sich doch viele für die Kunststoffhaut des 6 Millionen Dollar Mannes.
Obwohl ich beim Einschwimmen eigentlich noch ein gutes Gefühl hatte ging der Schwimmstart an mir vorbei. Ich fand die ersten 200m überhaupt
nicht in meinen Rhythmus. Ich versuchte trotzdem ruhig zu bleiben in der Hoffnung, dass mir irgendwann jemand den wieder Stecker reinsteckt...
Und so war es dann auch: die Wende bei der überdimensionalen Wasserflaschenboje konnte ich eng anschwimmen und von dort an begann die
Verfolgung. Ich überholte einen nach dem anderen und kam mit 6:48min zwar unter meinen Möglichkeiten aber dennoch zufrieden aus dem Wasser.
Dann der erste Wechsel. Dazu sollte man sagen dass die 4. Disziplin, die Wechselzone, definitiv nicht zu meinen Stärken zählt. Ich kam aber mit wenig Zeitverlust aufs Rad und wollte bzw. konnte auch alle 10 Zehen aufs Pedal pressen. Bereits bis zum ersten Kreisverkehr, im Industriegebiet Hochdorf, konnte ich einige Fahrer überholen. Von dort an befand ich mich in einer mehr oder weniger gleichstarken Gruppe. Wir versuchten trotz Einhaltung aller Drafting Regeln unser Tempo zu finden. Kurz vor Holzhausen hatte ich die letzte bzw. die führende Frau eingeholt und merkte dass heute auf dem Rad "richtig was geht"...
Da mir die Radstrecke als gebürtiger Freiburger nur prinzipiell bekannt war ich aber nicht den ganzen Streckenverlauf kannte, kam in Bottingen bereits das erste Aha-Erlebnis. Es ging plötzlich recht steil den Berg hinauf. Da keine Zeit mehr zum Runterschalten war blieb nur die Hoffnung, dass weder die Kette reißt noch die Kniescheibe raus springt...
Ich versuchte den Tritt einigermaßen rund zu halten und mir beim Überholen nicht anmerken zu lassen dass die Kotzgrenze soeben überschritten
wurde... Ich konnte 3-4 Fahrer überholen die ich frühestens auf der Laufstrecke wieder von hinten zu sehen bekam. Bis zum bekannten Schotterabschnitt
passierte wenig aufregendes. Danach die mittlerweile sogar mir bekannte Haarnadelkurve mit anschließendem Anstieg zum Genießen. Auch hier
konnte ich meine MTB-Klettererfahrung ausspielen und überholte mind. nochmals 5-6 Fahrer. Die restlichen Kilometer waren teilweise sehr wellig
aber das Bein war gut und so ging es nach Hochdorf wieder die Unterführung hinaus zurück ins Industriegebiet.
Edwin feuerte mich nochmals mit allen Kräften an was direkt in Leistung umgesetzt wurde. Die letzten Meter zum See, die über leichten Schotter führten, nutzte ich um den Flüssigkeitshaushalt wieder einigermaßen auszugleichen. Ein Blick auf den Tacho verriet mir ich hatte mein Ziel erreicht: ein Schnitt von 35,6Km/h. Yes, we can...
Dann die zweite Wechselzone:
Hier lief es für mich alles andere als optimal. Ich kam weder gut aus den Radschuhen raus noch souverän in die Laufschuhe hinein. Ich merkte
dass ich zu wenig Flüssigkeit zu mir genommen hatte und musste aufpassen, beim Anziehen der Laufschuhe keinen Krampf zu bekommen. Ich entschied mich
noch kurz eine Squeezy Cola+Coffein Gel reinzufeuern was sich als optimal erwies. Ich ging auf die Laufstrecke und merkte nach ca. 500-600m
wie das Squeezy seine Wirkung entfaltete. Meine Beine wurde nochmal locker und ich konnte das Tempo einiger, deutlich besserer Läufer, zumindest
kurzfristig mitgehen.
Knapp einen Kilometer vor Ziel wurde ich dann von den beiden ersten Frauen überholt. Ich versuchte auch hier dranzubleiben aber sie waren für mich
einfach zu stark. Laufen ist und bleibt meine schwächste Disziplin. Immerhin konnte ich noch eine Attacke kurz vor der Ziellinie erfolgreich
kontern. Man sagt nicht zu unrecht: Der Anfang prägt, das Ende haftet...
Und so kam ich trotz der Überholungen auf der Laufstrecke zufrieden mit einer Gesamtzeit von 1h9min und 53s im Ziel an, wo mich Michaela, Hannelore und unser Starfotograf Thomas lauthals in Empfang nahmen. Ein späterer Blick auf die Ergebnisliste zeigte, dass die Mission erfolgreich erfüllt war. In meiner AK hatte ich den 1. Platz erreicht und Overall immerhin noch den 12.
Mit diesen Eindrücken vom 21. Landwasser Triathlon verabschiede ich mich in zwei GA1 Wochen und werde versuchen, diesen Erfolg beim Oettingen Triathlon am 2. August zu wiederholen. Davor steht zwar noch Offenburg im Rennkalender, aber bedingt durch unseren Hauptsponsor, der Brauerei Waldhaus, zählt Oettingen mit seinem Low-Budget Bier für unser Team natürlich doppelt...
Wie unser Team im Nachhinein erfahren musste hat es einen guten Bekannten von uns auf der Radstrecke ziemlich übel erwischt. Wir wünschen dir, Eckhardt, an dieser Stelle nochmals gute Besserung und wir sehen uns spätestens zur Spinning Saison im Multisports wieder !
In diesem Sinne weiterhin viel Erfolg und gemäß unserem Teamnamen vergesst nicht das Wichtigste:
FUN FUN FUN!
Markus