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Laufen im Triathlon

 

 

Als letzte Disziplin im Triathlon erhält das Laufen natürlich einen besonderen Stellenwert. Auf der Laufstrecke hat sich schon so mancher Triathlon entschieden, vor allem auf den Langdistanzen. Wir wollen euch an dieser Stelle ein paar Besonderheiten vorstellen, die ihr vom herkommlichen Laufen so vielleicht noch nicht kennt.

 

 

Eine Faustregel besagt, jeder Triathlet hat eine Schwache Disziplin. Die Stärken und Schwächen eines jedes einzelnen hängen natürlich von vielen Faktoren ab und können nicht direkt verallgemeinert werden, aber es ist doch immer wieder aufällig, dass schwächere Läufer umso bessere Schwimmer und Radfahrer sind. Im Gegenzug lässt sich oft beobachten, dass gute Läufer ihre Probleme beim Schwimmen und beim Radfahren haben.

Die liegt des öfteren nicht zuletzt an den körperlichen Voraussetzungen. Ein großer Sportler hat beim Schwimmen eine lange Zuglänge und beim Radfahren enorme Hebel. Beim Laufen hingegen wirkt er oft schlaksig und unbeholfen. Umgekehrt haben kleinere Triathleten beim Laufen einen Vorteil und wissen den auch oft gut zu nutzen.

Doch nicht alleine die körperlichen Voraussetzungen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Wie so vieles kann man sich mit Fleiß einiges erarbeiten und so an seinen Schwächen feilen. Falls ihr jetzt erwartet, dass wir euch an dieser Stelle den ultimativen Trainingsplan präsentieren, müssen wir euch leider entäuschen. Wie schon zuvor beim Schwimmen und Radfahren wollen wir euch viel mehr ein paar Erfahrungen weitergeben und haben unser Augenmerk dabei auf die Schnürung gelegt.



Die richtige Schnürung

Die Schnürung ist ein wichtiger Teil des Laufschuhs. Eine zu feste Schnürung kann auf den Fußrücken drücken, dort die Durchblutung behindern oder auf die Nerven drücken, was sehr schmerzhaft sein kann.
Eine zu lockere Schnürung gibt dem Fuß zu wenig Halt: Der Fuß rutscht im Schuh nach vorne oder bekommt Schlupf im Fersenbereich. Zudem können schlecht gebundene Laufschuhe falsche Bewegungsmuster und Verletzungen (wunde Ferse) provozieren, die teilweise lange brauchen bis sie wieder ausgeheilt sind.

Wichtig: beim Wettkampf keine neuen Schuhe verwenden. Neue Schuhe vorher immer unbedingt etwas einlaufen
Auch wenn du die neuen Schuhe beim nächsten Wettkampf ausprobieren willst, so können wir davon nur abraten.

Laufschuhe müssen langsam eingelaufen werden. Durch das Einlaufen wird das Obermaterial etwas geweitet. Dementsprechend kann sich die Schnürung noch ändern. Das Gefühl für die richtige Schnürung kommt erst nach ein paar Läufen. Wenn die frischen Laufschuhe erst beim Wettkampf die "richtige Form" bekommen, sind Blasen kaum mehr zu vermeiden.


Der Vorteil von Schnürsystemen

Warum ein Schnürsystem beim Laufen im Triathlon sinnvoll sein kann? Nun, wer kann schon in drei Sekunden seine Schuhe anziehen und fertig binden? Mit einem Schnürsystem ist das ohne Probleme möglich. Okay.drei Sekunden ist vielleicht übertrieben, aber es geht auf alle Fälle schneller als mit konventionellen Schnürsenkeln.

Vorteile von Schnürsystemen: Zum einen sind ihre Schnürbänder flexibel und lassen sich im Anziehvorgang sehr einfach dehnen. Bei einigen Schnürsystemen braucht dabei noch nicht einmal der Schuh speziell geöffnet werden. Einfach rein mit den Füßen und ab geht die Post.

Maximal muss noch ein Cordstopper festgezurrt werden. Das ist auch dann noch möglich, wenn die Hände kalt, leicht krampfen oder einfach die Motorik nicht mehr so funktioniert nach der Schwimm- und Raddisziplin. Und schnür dann mal eine normale Schlaufe. Viel Spaß...

Weiterhin brauch man auch keine Doppelknoten machen, damit die Schuhe nicht unbeabsichtigt im Wettkampf aufgehen . Schnürsysteme bleiben, wenn richtig angewendet, zu und zwingen nicht zu einem Notstop, wie vielleicht normale Schnürsenkel.


Welche Schnürsysteme gibt es?



Yankz
Das wohl am häufigsten verwendete Schnürsystem heißt Yankz. Die Schnürsenkel werden nicht von unten, wie gewohnt, sondern von oben begonnen in den Schuh eingefädelt. Unten werden sie durch ein Endstück fixiert. Das nimmt auch die Schnürung auf, wenn der Verschluss zugezogen wird. Ein sogenanntes T-Bar hält die Schnürung dann fest. So baumelt nichts rum. Die überschüssige Schnürung kann dann abgeschnitten werden und die Endstellen mit Kleber oder durch "verschweißen" mittels eines Feuerzeuges (vorsichtig!) fixiert werden. So wird ein ausfransen verhindert. Insgesamt ist die Schnürung so sehr aufgeräumt und ordentlich am Schuh verstaut. Zum Zuziehen soll es theoretisch im Endstück vorne verankert bleiben. Der Zuziehmechanismus ist so allerdings nicht ganz einfach, da sich die Gummischnüre ja dehnen und so zwei- oder dreimal nachgegriffen werden muss.Auch Chris McCormack läuft mit diesem System. Das Yankz-Schnürsystem kostet ca. 10 Euro.




Lock LacesEin weiteres System auf dem Markt nennt sich Lock Laces. Bei den Lock Laces handelt es sich quasi um Gummischnüren, die mit großen Cordstoppern verschlossen werden. Eine Kappe über den Knoten der Schnüre geschoben markiert dabei das Ende. Das Verschnüren der Senkel ist einfach. Die Kunst ist nur die Schnürung am Abschluss nicht zu kurz beziehungsweise zu lang zu machen. Entweder der Schuh lässt sich dann nicht weit genug öffnen oder man muss jede Menge Schnüre am zugezogenen Schuh verstauen. Das System ist sehr dehnfähig, muss aber auch gut zugezogen werden, damit es richtig fest sitzt. Dann geht aber auch hier nichts mehr auf. Die Kappen auf den Endstücken sollten in der Schnürung, durch einfaches unterstecken, befestigt werden. Die Lock Laces kosten ebenfalls knapp 10 Euro.




Free LacesDas nächste System nennt sich Free Laces.Das Einfädeln in die Schuhe ist hier nicht ganz so einfach und etwas mehr zeitaufwändiger, wie bei den anderen Systemen. Durch ziehen der Schnüre werden die kleinen Knoten "flach" und lassen sich so durch die Ösen ziehen. Ist alles eingefädelt ermöglichen die Free Laces ein sehr genaues justieren. Auch hier kann es passieren, dass die Schnüre zu lang sind und abgeschnitten werden müssen. Zwei Längen sind verfügbar: 60 (bis Größe 40) und 75 Zentimeter für die größeren Schuhe. Kostenpunkt hier ca. 12 Euro.







Zoot UltraSolltet ihr gerade sowieso auf der Suche nach einem neuen Laufschuh sein, dann gibt es auch die Möglichkeit, dass ihr euch gleich einen Schuh mit integriertem Schnürsystem zulegt. Die Zoot Ultra Laufschuhe haben alle bereits ein Schnürsystem integriert. Spezielle Scharniere anstatt von Ösen lassen die flexibles Schnüre leicht festziehen. Der Ironmythos und der Mythos Fly von Diadora haben auch ein Schnürsystem wie die Zoot-Schuhe. Die überstehenden Enden werden hier zusätzlich noch durch ein Klettband verschlossen. Der Diadora Ironmythos II hat eine große Klettlasche, die den Schuh am Fuß hält und ebenfalls schnell funktioniert.